Certificate of Advanced Studies in Motivational Interviewing

Der Weiterbildungsstudiengang Certificate of Advanced Studies in Motivational Interviewing wird unter der Trägerschaft der Fakultät für Psychologie durchgeführt und vermittelt lösungsorientierte und praxiserprobte Verhaltensweisen und Kompetenzen, welche Veränderungsprozesse ermöglichen und aktiv vorantreiben. Dabei werden Kommunikationsstrategien eingesetzt, die gezielt die Motivation fördern und aktiv den Widerstand von komplex-motivierten Personen für Verhaltensänderungen nutzt.

Ziel des einjährigen Weiterbildungsstudiengangs Certificate of Advanced Studies in Motivational Interviewing ist der Aufbau und die Festigung der fachlichen und persönlichen Kompetenz zur nachhaltigen Initiierung, Förderung und Realisierung von Verhaltensänderungen in unterschiedlichen klinischen Settings. Im Zentrum steht die an der Weiterbildung teilnehmende Fachperson mit ihrem fachlichen und persönlichen Entwicklungsprozess. Sie erfährt die therapeutische Wirkung an sich selbst und lernt so die Theorie aus der eigenen Erfahrung heraus zu verstehen und sie in der klinischen Arbeit anzuwenden. Die Kombination aus Theorievermittlung, praktischem Üben, Selbsterfahrung und Supervision unterstützt einen praxisnahen und nachhaltigen Lernprozess.

Motivational Interviewing

Motivation gilt als wesentlicher Faktor bei der Veränderung von Problemverhalten. Motivational Interviewing (MI, deutsch: Motivierende Gesprächsführung) ist das wohl effektivste und wirkungsvollste Verfahren zur Förderung der Veränderungsmotivation und der nachhaltigen Verhaltensänderung. Das von den beiden Psychologen William R. Miller und Stephen Rollnick entwickelte Konzept wurde zur Beratung von Menschen mit Substanzstörungen entwickelt und wird mittlerweile bei verschiedenen Problemverhalten sowie in der Behandlung psychischer Störungen und somatischer Erkrankungen erfolgreich eingesetzt.

Motivational Interviewing: Ein Lehrvideo mit Prof. Dr. Stephen Rollnick (Quelle: BMJ)

Motivational Interviewing ist ein sowohl humanistischer als auch direktiver Behandlungsansatz mit dem Ziel, mittels Exploration und Überwindung der Ambivalenz eine Änderung des Verhaltens zu ermöglichen. Das Konzept greift auf Prinzipien des personenzentrierten Ansatzes von Carl Rogers zurück, wonach Menschen nach Eigenverantwortung und Entfaltung streben und Veränderungen im Kontext einer akzeptierenden, wertschätzenden, empathischen und kongruenten therapeutischen Beziehung ermöglicht werden. Basierend auf dieser grundlegenden Haltung werden die Beweggründe für problematisches Verhalten mit den Möglichkeiten und Zielen der betroffenen Person besprochen und vorliegende Veränderungsressourcen identifiziert und für Verhaltensänderungen genutzt. Damit werden einerseits Menschen erreicht, die keine oder nur wenig Bereitschaft zeigen, ihr Verhalten zu ändern und andererseits ist dieser Ansatz auch wirksam, wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht. Motivational Interviewing berücksichtigt, dass je nach Veränderungsstadium unterschiedliche Vorgehensweisen nötig sind, um eine Verhaltensänderung zu erreichen, wobei auf konfrontatives Vorgehen verzichtet wird. Die Wirksamkeit dieser Methode ist in vielen wissenschaftlichen Studien an verschiedenen klinischen Problemverhalten, Populationen und Settings nachgewiesen worden.